Othila Naturheilpraxis
Katrin Kolbe, Heilpraktikerin
Unsere heimischen Kräuter und Heilpflanzen haben enorme Kräfte in sich, sei es zur Heilung von Krankheiten oder zur Gesunderhaltung unseres Körpers durch die wunderbaren Vitalstoffe und Mineralien, die sie in sich tragen. Sie bringen uns Freude durch ihre wunderschönen Blüten und Düfte und sie vermitteln uns Ruhe und Harmonie. Lassen Sie sich entführen in die wunderbare Welt der Kräuter, lernen Sie die Kräuter kennen und vertrauen Sie auf ihre Heilwirkung. Sie werden erstaunt sein. Lassen Sie sich inspirieren.
Allgemeine Hinweise zum Kräutersammeln und der Anwendung
Alle Wildkräuter sollten möglichst am Vormittag bei trockenem Wetter gesammelt werden. Warten Sie bis der Tau getrocknet ist.
Sammeln Sie die Kräuter am besten in Körbe, Stoffbeutel oder Papiertüten, niemals in Plastiktüten.
Die Kräuter werden dann an schattigen und luftigen orten getrocknet, entweder auf Trockenhorden oder in dünne Sträuße gebunden über Kopf angehängt.
Viel Spaß beim Sammeln, verarbeiten und essen der Kräuter aus der Apotheke Natur.
Wichtiger Hinweis
In diesem Werk erkläre ich die Heilwirkung der Kräuter und deren Anwendung. Für viele Leiden bringen Kräuter Linderung und Heilung. Sie sind vor allem für Erkältungskrankheiten, chronische Leiden oder zur inneren Reinigung gedacht.
Aber die Selbstanwendung ersetzt auf keinen Fall den Rat des Arztes oder den des Heilpraktikers. Vor allem wenn sie starke Schmerzen haben oder akute Beschwerden, die Sie bisher nicht kannten.
Alles hat seinen Stellenwert und seine Grenzen. Wägen Sie sorgfältig ab, was Sie mit Hilfe der Kräuter selbst behandeln und was Sie einen Mediziner vorstellen. Sie können auch ihren Arzt mit ins Vertrauen ziehen und von Ihren Kräuterbehandlungen berichten. Viele sind dafür offen.
Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Arbeit mit den Kräutern und eine baldige Heilung.
Ihre Kräuterfrau und Heilpraktikerin Katrin Kolbe
Kräuter
Majoran oder Oreganum majorana
Der Apfel
"One apple the day keeps the doctor away" ist ein Sprichwort bei den Engländern, was soviel bedeutet wie Esse einen Apfel am Tag und du brauchst keinen Doktor. Ich würde das Sprichwort um einen weiteren Apfel ergänzen und ihm voll zustimmen.
Im Apfel findet man Vitamine, Fruchtzucker und Enzyme die für das Gleichgewicht des Organismus unentbehrlich sind. Außerdem enthält der Apfel lebenswichtige Säuren ( Apfelsäure ) und die Mineralien des Lebens selbst ( Pottasche, Natrium, Kalzium, Magnesium und Phosphor ). Der gehaltvollste Teil der Frucht ist zweifellos die Schale. Jedoch enthält die Schale in Plantagen erzeugten Äpfeln leider auch Schädlingsbekämpfungsmittel.
- Äpfel roh oder gekocht senkt den Cholesterinspiegel, hilft bei Gischt, Rheuma, Arterienverkalkung, reinigt das Blut und befreit den Körper von Giftstoffen.
- Apfelschalentee, am Abend getrunken, ist ein natürliches Schlafmittel und stärkt die Nerven, aber ebenso wirkt es, einfach am Abend einen Apfel zu essen.
- Äpfel wirken harntreibend, gegen Darminfektion und sind zugleich ein gutes Abführmittel ( besonders gekocht ).
- Evas Apfel ist natürlich auch eine Pflanze der Schönheit. Hautalterung wird durch auflegen von frischen Apfelschalen hinausgezögert und ein Apfelpüree als Maske, häufig angewandt, sorgt für reine Haut.
Rezept für Bratäpfel
- 4 Äpfel
- 1 Eßl. Rosinen
- 2 Eßl. grobgehackte Mandeln oder Walnüsse
- 2 Eßl. Honig
- Butter
- ½ Teelöffel Zimt
Die Äpfel werden gewaschen und abgetrocknet. Das Kerngehäuse wird von oben her ausgestochen (nicht durchstechen). Nun werden Rosinen, Mandeln, Zimt und Honig gemischt und die Äpfel damit gefüllt. Die Äpfel werden in eine feuerfeste, gefettete Form gesetzt und mit Butter bepinselt. Nun werden die Äpfel in der heißen Röhre gebacken.
Serviert werden die Äpfel heiß zusammen mit Eis, Sahne oder Vanillesoße.
Guten Appetit
Beifuß
Am Altertum war Beifuß der jugendlich- verführerischen Göttin Artemis geweiht. Seine Zweige dienten der Herstellung von Liebeszaubern, dabei wurde mit Beifuß geräuchert, was eine stimulierende Wirkung bewirkte.
Alle Beifußarten galten als magische Kräuter. Sie galten als wirksamer Schutz gegen alle Mächte der Finsternis.
Die Pflanze enthält ätherische Öle, Bitterstoffe, Vitamin A, B, C und Gerbstoffe. Sie wird als Gewürz bei fetten Braten, z,Bsp. Ente verwendet, was den Braten außerdem besser verdaulich macht. Aber sie ist auch eine Heilpflanze, wirkt verdauungsfördernd, harntreibend und leicht Antibiotisch.
Anwendung als Tee: - wirkt harntreibend - gegen Infektionen der Harnwege
- gegen Rheuma
- bei Galle und Leberleiden
- bei Durchfall oder Blähungen
Anwendung als Fußbad: bei müden Füßen
Rezept für ein Kräutersalz
Man mische 4 Teile Salz ( Meersalz, Steinsalz, Himalajasalz oder Salz ohne Trennmittel, Jod und Fluor ) mit 2 Teilen Thymian, 1Teil Beifuß und 1Teil Rosmarin.
Die frischen Kräuter werden zuvor gehackt und zusammen mit dem Salz in ein Schraubglas gefüllt.
Das Kräutersalz sollte im Kühlschrank gelagert werden. Das Salz konserviert die Kräuter und kann bis zu einem Jahr gelagert werden.
Man kann es als Gewürz an Suppen, Eintöpfe, Bratkartoffeln oder an Salate verwenden
Die Birke
Die Birke galt früher als Symbol des Frühlings und stand für Leben und Glück. Sie ist wunderschön mit ihrer weißen Rinde und ihren hellgrünen Blättern im Frühling, die sich im Herbst in reines Gold verwandeln.
Die Blätter, die Knospen und die Rinde wirken harntreibend, desinfizierend und regen die Verdauung an.
Man pflückt die Knospen und die Rinde im Frühling. Die Blätter erntet man zwischen Ende Mai und Juli.
Anwendung als Tee:
- gegen Nierensteine, Nierenkoliken, Blasenerkrankung
- gegen Gischt, Rheumatismus
- zum Entschlacken
- gegen Zellulitis (als Absud)
- gegen Hautbeschwerden (auch äußerlich)
Aber die Birke ist auch eine Pflanze der Schönheit. Ein Absud aus Birkenrinde stärkt den Haarboden und verringert den Harrausfall.
Eine Spülung mit Birkenblättertee macht die Haare kräftig und glänzend.
Man sagt diesem Tee außerdem nach, dass er den Taint junger Mädchen die Farbe von Rosen verleiht.
Rezept für ein Absud gegen Zellulitis
3 Teelöffel Tee aus Blättern und Knospen für ½ l Wasser
Teeblätter mit kaltem Wasser ansetzen, aufkochen und 5 Minuten kochen lassen, nach weiteren 10 Minuten abseihen.
Täglich einen ½ Liter trinken.
Der Brombeerstrauch
Der Brombeerstrauch ist eine Pflanze die wohl jeder kennt. Aber wer kennt schon seine wunderbaren heilenden Eigenschaften?
Brombeersträucher kommen an Wald und Feldränder vor. Seine Früchte reifen von August bis Oktober. Sie sind sehr wohlschmeckend und überaus Gesund. Schön reif gepflückt fördern sie die Verdauung, wirken gegen Verstopfung und helfen das Immunsystem zu stärken. Werden diese Früchte vor der Reife gepflückt ( grün oder rot ) dann wirken sie unfehlbar gegen Durchfall. In diesem Fall empfehle ich halb aus grünen und schwarzen Brombeeren zusammengesetzten Sirup.
Die Blätter und jungen Triebe sind nicht weniger wirksam. Als Gurgelwasser wirken sie bei Halsschmerzen, Zahnfleischentzündungen und Angina. Als Tee getrunken gegen Husten und Heiserkeit. Der Tee hilft ausgeweitete Organe zu festigen, wie zum Beispiel den Darm oder die Gebärmutter. Ernten Sie Blätter und junge Triebe im Frühling und trocknen Sie sie an einem schattigen, luftigen und trockenen Ort.
Rezept für Brombeerlikör
Er schmeckt außerorndlich gut und wirkt gegen Verdauungsstörungen.
250g vollreife Brombeeren
150g Zucker
1 Zimtstange
0,7 l Korn oder weißer Schnaps
- Brombeeren verlesen, gründlich waschen und gut abtropfen lassen. In eine weithalsige Flasche füllen, Zucker und Zimtstange hinzufügen. Mit Korn übergießen
- An einem hellen Platz mindestens 6 -8 Wochen durchziehen lassen und dabei gelegentlich schütteln.
- In eine dunkle Flasche füllen und noch 4 Wochen lang ruhen lassen.
Die Gewürze Nelken, Zimt und Muskatnuss
Die Advendszeit ist herangekommen. Es wird gebacken, Glühwein und Bratäpfel zubereitet. Nelken, Zimt und Muskatnuss werden dabei oft als Gewürz verwendet. Aber wussten Sie, dass diese Gewürze auch Heilwirkung haben?
Zimt:
- senkt den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern
- wirkt gegen Gischt und Stoffwechselstörungen
- bringt die Körpersäfte wieder ins Gleihgewicht (Blut, Lymphe)
Muskatnuss:
- universal Nervenmittel, gegen Trübsinn und Konzentrationsschwäche
- zur Blutreinigung, Entgiftung
- gegen rasche Ermüdung, Trägheit
- wirkt entzündungshemmend
- wirkt verdauungsfördernd, gegen Übelkeit
Nelken:
- gegen Gischt
- gegen Arteriosklerose ( Arterienverkalkung )
- gegen Wassersucht
- gegen Kopfbrummen und Ohrensausen bei arteriosklerotisch
bedingtem Bluthochdruck
Also Sie sehen, die Gewürze haben es in sich. Verwenden Sie sie oft, auch wenn Sie gesund sind. Sie sind wertvolle Bestandteile unserer Nahrung und dienen auch der Vorbeugung oder einfach dem Genuss. Dazu ein leckeres Rezept.
Nerven oder Intelligenzkekse nach Hildegard von Bingen
500g Dinkelfeinmehl
1 Backpulver
2 Eier
200g Zucker
250g Butter
100g gehackte oder gemahlene Mandeln
5 gehäufte Teelöffel Muskatnuss (18g)
5 gehäufte Teelöffel Zimt (18g)
1 gehäuften Teelöffel Nelkenpulver (4g)
abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
alles verkneten, den Teig im Kühlschrank ca. 1 Stunde kühlen, dann eine Rolle formen, Scheiben abschneiden, auf ein gefettetes Blech legen, ca. 8 ? 10 min bei 175 ? 200 Grad backen.
Guten Appetit
Giersch
Giersch wird von Gärtnern oft verflucht und in Drogerien wirbt man mit Spritzmitteln, die den Giersch auch sicher ausrotten. Aber Giersch ist neben der Brennnessel nicht nur eines unserer ältesten Wildgemüse, er ist auch eine hervorragende Heilpflanze. Aus jungen Gierschblättern läst sich Wildsalat oder Wildspinat zubereiten. Klein gehackt wie Petersilie passt Giersch zu Gemüse, aufs Brot, in Bratkartoffeln, Aufläufe oder Suppen.
Schon im Mittelalter wurde die Pflanze als Heilmittel bei Gicht, Rheuma und Ischasschmerzen verwendet, da sie den Harnsäurespiegel im Blut senkt.
Anwendung: - wirkt harnsäuretreibend, entgiftend, blutreinigend und ist daher wirksam bei Gicht und allen rheumatischen Erkrankungen wie Arthritis und Arthrose
- als Frühjahrsteekur zur inneren Reinigung über 6 Wochen, täglich ½ Liter Tee trinken, aus 2 ? 3 frischen oder getrockneten Blättern
- als Wildgemüse liefert Giersch Kalzium, Magnesium, Silizium und Vitamin C
Rezept: Kräuterbutter mit Wildkräutern
- 250 g weiche Butter
- 1 Handvoll Blätter von Giersch, Gundermann, Brennnessel oder Spitzwegerich, fein gehackt
- ¼ Teelöffel Salz
Butter mit den Kräutern und dem Salz mischen und 1 Stunde im Kühlschrank kühlen.
Schmeckt auch gut zur Verfeinerung bei Gemüsegerichten.
Hagebutte
Die wilde Rose galt früher als das Symbol der Zuneigung, Liebe, Fruchtbarkeit und der Verehrung der Toten. In germanischer Vorzeit hatte die Rose mystische Bedeutung. In hellen Mondnächten sprachen Frauen ihre Bitten unter einem Rosenstrauch aus.
Die Hagebutte, die Früchte der wilden Rose haben den höchsten Gehalt an Vitamin C unter den einheimischen Pflanzen, zusammen mit dem Sanddorn. (800 mg/ 100 g). !00g Hagebutten enthalten somit genauso viel Vitamin C wie 1kg Zitronen.
Man kann aus den Hagebutten Marmelade, Likör oder Sirup machen oder die Früchte einfach trocknen und als Tee trinken.
Außerdem wirken sie harn- und schweißtreibend und bei Verdauungsproblemen.
Was wird verwendet: die orangefarbige Frucht ohne Blütenansatz und Stiel
Ernte: nach dem ersten Reif
Anwendung: - gegen Erkältungen, und zur Immunstärkung
- zur Blutreinigung und bei Nierensteinen
- bei Übelkeit, Durchfall, Magenkrämpfen und schlechter Verdauung
Rezept für einen Wintertee
- Hagebutten von den Stielen und dem Blütenansatz befreien, dann zerkleinern und trocknen
- Apfelschalen von ungespritzten Äpfeln schnell trocknen ( in sehr trockenen, warmen Räumen oder auch in der Backröhre auf kleiner Stufe )
- Brombeer- oder Himbeerblätter getrocknet
Alles zu gleichen teilen in eine Schüssel geben, vorsichtig mischen und dann in ein aromadichtes Gefäß abfüllen.
Dosierung: 3 Teelöffel Teeblätter, auf 1Liter Wasser
10 min. ziehen lassen
Der Tee schmeckt sehr gut, ist gut bei Erkältung und stärkt das Abwehrsystem
Holunder
Der Holunder oder auch deutsch Holler genannt, hat seinen Namen nach einer alten Überlieferung, wonach in den Blättern des Busches die Holde oder Holle, eine Segensbringende Göttin, wohnt. Sie wehrt Übel von Haus und Hof ab. Vor dem Holunder soll man den Hut abnehmen.
Vom Holunder werden die Blüten, die jungen Blätter und die Früchte verwendet.
Die Blüten, als Tee angewendet, wirken schweißtreibend. Man verwendet ihn bei Bronchitis, Husten, grippalen Infekten und Erkältungen.
Er beeinflusst zwar nicht die Ursache der Erkrankung, aktiviert aber das Immunsystem und reinigt den Körper.
Der Tee aus Blättern ist stark blutreinigend und harntreibend. Man verwendet ihn bei Wassersucht, Rheuma, Blasen- und Nierenerkrankung und Verstopfung.
Die Beeren sind roh leicht giftig. Man kann aus ihnen aber hervorragend Saft, Kuchen, Marmelade, Likör und Wein herstellen. Der Saft hat viel Vitamin C und Mineralien und stärkt das Immunsystem. Er wirkt blutbildend und ist eines der besten Mittel gegen trockenen Kehlkopfhusten, Heiserkeit, Rachenentzündung und anderen Erkältungskrankheiten.
Rezept für Hollerkücherl
12 frisch gepflückte Holunderblütendolden mit ca. 15 cm langem Stängel
200g Mehl, 2-3 Eier, 1/8 l Milch, 2 Teelöffel Öl, 1 Prise Salz, Zucker, Kokosöl zum Ausbacken, Staubzucker zum Bestreuen
Mehl, Eier, Milch, Öl, Zucker und Salz zu einem Teig verrühren und 30 min ruhen lassen.
Das Kokosöl erhitzen. Die Blütendolden am Stiel anfassen, einzeln in den Teig eintauchen und hellgelb ausbacken. Mit Staubzucker bestreuen und heiß servieren.
Guten Appetit
Der Löwenzahn
Wenn der Mai die Wiesen in Goldblühende Löwenzahnteppiche verwandelt, dann ist es, als wäre die Sonne selbst auf die Erde gefallen. Tausende und Abertausende Blüten öffnen sich dem Licht, so dass jeder weiß, jetzt ist es Frühling.
Der Löwenzahn enthält unter anderem Vitamine, Bitter- und Gerbstoffe, Spurenelemente und Mineralien.
Vor allem die Bitterstoffe helfen bei Leber-, Gallen- und Verdauungsproblemen. Aber Löwenzahn regt auch Blase und Niere an. In Frankreich heißt der Löwenzahn ?Plissenlit? das heißt wörtlich ?Piss ins Bett?.
Sie können den Löwenzahn das ganze Jahr über ernten. Er wächst praktisch überall, im Garten, auf Wiesen und an Wegrändern.
Er ist auch ein sehr vitalstoffreiches Wildgemüse und kann roh gegessen werden als Zugabe in Salate oder klein geschnitten zusammen mit anderen Kräutern aufs Brot. Verwenden sie zum roh essen aber die jungen Blätter, die sind nicht so bitter.
Anwendung:
- Als Tee getrunken oder die Blättchen roh gegessen gegen Leber-, Gallen- oder Magen/Darm Probleme
- Als Tee-Kur über 4 Wochen getrunken zur inneren Reinigung und Entschlackung und gegen Hautleiden wie Exeme und Flechten oder unreine Haut
- Als Tee wirkt er ausschwemmend bei Wassersucht und Blasenleiden
Rezept für Löwenzahntee
Verwendet werden die Blüten, die Blätter und die Wurzeln, frisch oder getrocknet.
2 Teelöffel Teeblätter offen in eine Kanne geben, mit ¼ Liter Wasser überbrühen, 15 min ziehen lassen, dann abseihen und in eine Thermoskanne geben.
Über den Tag verteilt trinken. Der Tee darf nicht gesüßt werden, sonst sind die Bitterstoffe nicht mehr wirksam.
4 ? 6 Wochen lang täglich trinken.
Gute Besserung
Majoran oder Oreganum majorana
Majoran ist eine Staude, die aus dem Mittelmeerraum stammt, aber schon seit dem 16. Jahrhundert auch bei uns heimisch ist. Sie wächst im Garten prachtvoll und vermehrt sich schnell über Wurzelausläufer.
Als Gewürz wird sie in vielen italienischen und auch heimischen Speisen verwendet, aber sie ist auch eine Heilpflanze.
Was wird verwendet: ganzes Kraut
Ernte: vor der Blüte
Anwendung: - wirkt krampflösend und kräftigend bei Magen/Darm Problemen und Blähungen
- gegen Erkältungen, Husten, Bronchitis, Angina
- Nervenberuhigungsmittel bei Nervosität, Schlaflosigkeit, Herzklopfen, Beklemmungsgefühlen
Verwendung in der Küche: - als Gewürz in alle Tomatengerichte oder Pizza
- in Salate, Quark und Frischkäse
- in Hackfleisch und Kartoffelgerichte
Rezept gegen Verdauungsstörungen und Blähungen
- 3 Teelöffel Teeblätter, auch zusammen mit Pfefferminz und Schafgarbe
- ½ Liter Wasser
Geben Sie die Teeblätter offen in eine Kanne und überbrühen sie diese. Nach 10 Minuten abseihen und in eine Thermoskanne geben. Trinken Sie den Tee am Morgen nach dem Aufwachen oder nach den Mahlzeiten, um die Verdauung und Ausscheidung anzuregen, oder auch vor den Mahlzeiten, um den Appetit zu wecken.
Pfefferminze
Pfefferminze ist eine Pflanze, die jeder kennt, als Tee getrunken. Sie wird in allen Kulturen verwendet. Die Araber haben zu ihr eine besondere Beziehung. Traditionalisten tragen stets einen kleinen Minzestrauch bei sich um die Fliegen zu vertreiben und schädliche Bakterien fern zu halten.
Vorkommen: Im Garten als Staude, sie vermehrt sich über Wurzelausläufer, an Bachrändern
Was wird verwendet: obere Teile
Ernte: vor der Blüte
Anwendung: - wirkt beruhigend und heilend auf das Verdauungssystem
- bekämpft Magenkrämpfe, Blähungen, Übelkeit und beginnende Geschwüre
- unterstützt Arbeit der Bauchspeicheldrüse und der Leber
- gegen Neuralgien, Nervosität, Schlaflosigkeit, Zittern und Angstzustände, Migräne
- wirkt kräftigend, gibt allen Organen wieder Energie
Verwendung in der Küche: - als Tee frisch oder getrocknet, Stängel abpflücken und in die Kanne geben, auch zusammen mit schwarzen Tee oder Zitronenmelisse
- auf Eis oder Süßspeisen
Rezept für Pfefferminzlikör
- 5 große Pfefferminzstängel
- einige Blättchen Zitronenmelisse
- 10 Korianderkörner
- 2 Gewürznelken
- 250 g brauner Zucker
- 1 l Kornschnaps
Alles in eine weithalsige Flasche geben. Am Fenster 8-10 Wochen stehen lassen und öfters schütteln. Dann abseihen und in eine dekorative Flasche füllen.
Der Salbei
Sein Name beinhaltet bereits seine Wirkung, er kommt aus dem lateinischen Salware, auf deutsch "heilen".
Die Geschichte erzählt, dass während der großen Pestepedemie von Toulouse 1630 einige gewitzte Diebe ohne Furcht vor Ansteckung die Leichname ausplünderten. Sie wurden gefasst. Für die Preisgabe des Geheimnisses, wie sie frei von der Pest blieben, wollten ihnen die Ratsherren das Leben schenken. Sie gestanden Salbei, ein wenig Thymian, Lavendel und Rosmarien in Essig eingelegt und sich zum Schutz gegen die Infektion den ganzen Körper damit eingerieben zu haben. Seit dieser Zeit gehört diese antiseptische Lotion oder auch der ?Essig der vier Diebe? zu den Rezepten der Naturheillehre. Zur Nachahmung ? etwa bei einer Grippeepedemie ? wärmstens empfohlen.
Aber der Salbei kann noch mehr. Er wirkt desinfizierend und entschlackend.
Anwendung als Tee:
- gegen Entzündung im Mund und Rachenraum, bei Halsschmerzen und Angina
- regelt Menstruation und behebt Störungen in den Wechseljahren
- gegen Margenschleimhautentzündung, wiederholtes Erbrechen und Durchfall
- gegen übermäßiges Schwitzen oder Schweißfüße, zur Entgiftung,
Anwendung als Umschlag:
- gegen jede äußere Entzündung, Abszesse, Geschwüre
Der Salbei ist auch ein Küchengewürz. Verwenden Sie Salbei frisch oder getrocknet im Quark, an gegrilltem Fleisch, in Suppen u.s.w. Je öfter Sie davon essen, desto besser für Ihre Gesundheit.
Rezept gegen Schweißfüße
Teekur über 6 Wochen
Tee aus Salbei und Schachtelhalm - täglich 3 Tassen trinken
3 Teelöffel Teeblätter, offen in eine Kanne geben, mit ½ Liter Wasser überbrühen, nach 10 min. abziehen und in eine Thermoskanne geben.
Den Tee über den Tag verteilt trinken.
Sie können die Heilwirkung durch 20 minütige Fußbäder unterstützen. Dazu geben Sie dem warmen Wasser einfach ½ Liter Tee zu.
Schokolade und Kakao
Die Kakaopflanze stammt aus Südamerika. Im damaligen Aztekenreich wurden getrocknete Kakaobohnen als Zahlungsmittel verwendet. Für 50 Kakaobohnen konnte man eine Sklavin kaufen und für 10 ein Kaninchen. Ebenfalls 10 Bohnen benötigte man, um ein Kakaogetränk zuzubereiten, aus zermahlenen Kakaobohnen und Wasser zubereitet wurde, was sehr herb schmeckte. Später mengten die Europäer dem Getränk Honig oder Rohrzucker und Zimt zu und ersetzten das Wasser durch Milch.
Die feste Tafelschokolade wurde erst viel später erfunden. Ihr Siegeszug begann in den Apotheken. Hier wurde Schokolade zur Blutverdünnung, Verdauungsförderung und zur Stärkung für Kranke, Schwache und Alte verordnet. Das Wissen der Apotheker über die gesundheitliche Wirkung der Kakaopflanze stammt einerseits aus eigenen Beobachtungen, andererseits aber auch aus den Überlieferungen der Südamerikanischen Ureinwohner.
Die Hauptbestandteile der Schokolade sind Kohlehydrate, Fette, Eiweise, Vitamine (A, B1, B2, D, E) und Mineralstoffe (Calcium, Magnesium, Kalium, Kupfer, Eisen) daneben auch Alkaloide und Polyphenole.
Die Alkaloide bewirken eine Erweiterung der Bronchien, was gut bei husten ist, und eine Erweiterung der Blutgefäße, was die Kontraktionskraft des Herzens erhöht. Außerdem haben die Polyphenole eine stark antioxidative Wirkung, denen im Rotwein ähnlich, so dass eine positive Wirkung von Herz-Kreislauferkrankungen nachgewiesen werden konnte.
Lange Zeit galt jedoch der Genuss von Schokolade als ernährungsphysiologische Sünde ? zuviel Fett und zuviel Zucker. Den Anteil von Fett und Zucker bestimmt jedoch der Hersteller, so dass der Konsument wählen Kann. Die entscheidende Größe ist der Kakaoanteil.
Empfehlenswert sind Produkte mit einem Kokaoanteil von über 70 Prozent. Die Verzehrmenge sollte individuell je nach Verträglichkeit festgestellt werden.
Wiegt die Tafelschokolade dennoch schwer auf dem Kalorienkonto, ist die Trinkschokolade eine hervorragende Alternative. Sie sollten hier jedoch auf fertiges Trinkschokoladenpulver verzichten und ihre persönliche Mischung mit stark entöltem, reinem Kakaopulver selbst kreieren. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Als Anregung finden Sie nachfolgend ein Trinkschokoladenrezept.
Weihnachtliche Trinkschokolade
1 gehäufter TL Kakaopulver
1 Msp. Zimt
1 Msp. gemahlener Sternanis
1 Msp. Nelkenpulver
1 TL Ahornsirup oder Honig
250 ml Milch oder Sojamilch
Die Milch in einem kleinen Topf erhitzen und das Kakaopulver und die Gewürze mit einem Schneebesen kräftig unterrühren. Den Kakao 5 Minuten ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren den Sirup oder Honig hinzufügen und nochmals umrühren. Die Tasse kann mit einem klecks Sahne und Sternanis garniert werden.
Guten Appetit
Spitzwegerich
Die uralte germanische Heilpflanze trägt schon in ihrem Namen die Bedeutung "Wegbeherrscher". Man findet sie fast überall wild wachsend. Sie wurde traditionell als Blutreinigungsmittel, gegen Husten und Fieber und gegen Liebeskummer verwendet.
Spitzwegerich wirkt Antibiotisch, harntreibend, zusammenziehend und entzündungshemmend.
Anwendung:
- als Tee oder Sirup gegen Husten, Bronchitis und Halsschmerzen
- als Tee oder roh gegessen zur Blutreinigung
- als Wundauflage entzündungshemmend und heilend
- gegen Insektenstiche, ein Blatt saftig machen und auf den Stich reiben
Aber Spitzwegerich ist auch ein ausgezeichnetes Wildgemüse. Verwenden Sie ihn zusammen mit anderen Kräutern wie Salbei, Ysop oder Schnittlauch als Streukräuter aufs Brot, im Quark oder Frischkäse, in Bratkartoffeln, in Salaten oder aufs Gemüse. Spitzwegerich enthält sehr viel Vitamin C, Gerb- und Bitterstoffe sowie Kieselsäure. So versorgen Sie sich so ganz nebenbei mit Vitalstoffen und entgiften Ihr Blut.
Rezept ? Spitzwegerichsirup
200g frische, junge Spitzwegerichblätter
- ½ l Wasser
- ca. 200g Honig
Die Blätter waschen, zwischen zwei Lagen Küchenpapier trocken tupfen, dann fein hacken und mit dem Wasser erhitzen. Etwa 30 - 40 Min. lang auf niedriger Stufe auskochen, dann abkühlen und 5 ? 6 Stunden durchziehen lassen.
Abseihen, nochmals ausdrücken, den Honig zugeben und nur erwärmen. Heiß in Flaschen füllen und gut verschließen.
Dosierung für Kinder: 3 mal täglich 1 Teelöffel
Dosierung für Erwachsene: 3 mal täglich 1 Eßlöffel
Ich wünsche gute Besserung.
Die Zwiebel
Die Zwiebel wird seit alters bei uns kultiviert und gilt seit dem nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heilmittel ?äußerlich wie innerlich. Sie ist ein wunderbares Gemüse mit großer Heilkraft.
Die Zwiebel wirkt antibakteriell, ihre Inhaltsstoffe senken die Blutfettwerte und den Blutdruck, reinigen den Darm, bekämpfen den Stau von schlecht verdauten Stoffen und verhüten gerade deshalb übermäßige Nervosität und Schlaflosigkeit.
Anwendung:
1. roh oder gekocht gegessen
- zur Blutreinigung, Beseitigung von Giftstoffen
- zur Anregung des Verdauungsapparates
- gegen Nervosität und Angstzustände
2. als Breiumschlag aus rohen Zwiebeln, auf die Schläfe gelegt
- gegen Kopfscherzen und Migräne
3. als Sirup
- gegen Husten
4. als Auflage mit einer halben rohen Zwiebel
- bei Insektenstichen und Spinnenbissen
5. roh oder gekocht gegessen und außerdem den Saft auf die Haut gerieben
- für schöne Haut und gegen Akne
Rezept - Zwiebeltinktur gegen erhöhten Blutdruck
Hacken Sie rohe Zwiebeln und füllen Sie damit ein Schraubglas. Dann geben Sie 90%igen Alkohol dazu bis die Zwiebeln bedeckt sind. Das Glas stellen Sie 6 Wochen ins Fenster, dann seihen Sie den Alkohol ab und füllen ihn in eine dunkle Flasche.
Täglich nehmen Sie früh nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafengehen einen Teelöffel voll ein.
Ärztlich verordnete Medikamente gegen Bluthochdruck sollten erst nach deutlicher Besserung und Absprache mit Ihrem Arzt abgesetzt werden.
Ich wünsche gute Besserung.





